IT-Freelancer sollten idealerweise gute PHP-, MySQL-Kenntnisse besitzen. Java und Flash-Wissen ist ebenfalls von Vorteil, wenn man einen Entwicklungsauftrag ergattern will. Das ergab eine Auswertung von Twago.
Twago ist eine Internet-Plattform zur Vermittlung von Experten aus den Bereichen Programmierung, Grafik-Design, Übersetzungen und Recherchen. Das Unternehmen hat die Nachfrage nach IT-Kenntnissen auf seiner Vermittlungsplattform ausgewertet. Die Ergebnisse im Überblick:
• Die Nachfrage nach IT-Experten ist im Juni 2010 gegenüber Mai
um 32 Prozent gestiegen. Grund ist das Wirtschaftswachstum.
• Das fast schon klassische Geschwisterpaar PHP und MySQL ist
gefragt wie eh und je, auch wenn die konkrete Nachfrage danach
leicht zurückging
• Ohne HTML geht anscheinend nichts. Allerdings darf man bei
jedem Programmierer ohnehin gute HTML-Kenntnisse voraussetzen,
schließlich muss der PHP-Code ja irgendwo auf der Website
untergebracht werden.
• Javascript gewinnt weiter an Bedeutung. Im Zeitalter von
AJAX ist das nicht unbedingt überraschend.
• Java war und ist unverzichtbar. Die Bedeutung von Suns
objektorientierter Programmiersprache dürfte in nächster Zeit noch
gewaltig zunehmen – dank Android. Denn Java ist DIE
Programmiersprache für die Entwicklung von Android-Apps. Die
PC-WELT war vor kurzem Gastgeber für ein Treffen der
Android-Entwicklergruppe in München. Dort trafen wir unter anderem
einen Developer, der sich erst vor einigen Monaten selbstständig
gemacht hat und von der Android-Apps-Entwicklung gut leben kann.
• Joomla-Kenntnisse scheinen auch oft nachgefragt zu werden.
Joomla ist keine Programmiersprache, sondern ein
Content-Management-System, das weniger komplex, allerdings auch
weniger leistungsfähig als Typo3 ist. Viele gerade kleinere
Unternehmen setzen auf Joomla, um ihre Webauftritte zu realisieren.
Dementsprechend gibt es eine wachsende Nachfrage nach
Joomla-Experten. Joomla konnte sogar Wordpress als wichtigstes CMS
(im weitesten Sinne, Wordpress ist ja zunächst einmal eine
Blog-Software) aus dem Ranking von Twago verdrängen. Ungewöhnlich
erscheint uns aber trotzdem das Fehlen von Typo3. Liest man die
Stellenanzeigen in Tageszeitungen, so werden dort deutlich öfters
Typo3- als Joomla-Kenntnisse nachgefragt.
• XHTML gewinnt ebenfalls so langsam an Bedeutung und
schaffte es nun in das Ranking
• Auch der prozedurale Klassiker C ist nach wie vor
begehrt.
Die Auswertung von Twago ist sicherlich interessant für
IT-Experten, die Aufträge suchen. Allerdings sollte sie nicht als
der alleinige Maßstab genommen werden. Nimmt man beispielsweise den
bekannten Tiobe-Index, der die Popularität von
Programmiersprachen bei Google, MSN, Yahoo! und Wikipedia sowie
Youtube auswertet, so kommt man zu einem etwas anderen Bild.
Bei Tiobe liegen unangefochten Java, C und C++ in
Führung. Gefolgt von PHP und dem langsam, fast schon mühsam, aber
immerhin stetig wachsenden C#. Den stärksten Aufwärtstrend zeigt
bei Tiobe allerdings Objective-C – die Programmiersprache, mit der
Apps für das iPhone entwickelt werden. Bei Twago schafft es
Objective-C dagegen nicht unter die Top 10.