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Ubuntu 9.04 - Tipps, Tricks & Tuning

23.04.2009 - 15:15 Uhr von Panagiotis Kolokythas

Mit unseren Tipps trimmen Sie Ubuntu auf Höchstleistung: Ergänzen Sie neue Features, verpassen Sie Ihrem Desktop ein neues Outfit, und meistern Sie häufig auftretende Probleme.

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Ubuntu 9.04 - Tipps, Tricks & Tuning
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Ubuntu 9.04 - Tipps, Tricks & Tuning

Schon von Haus aus haben Sie mit Ubuntu ein stabiles und gut vorkonfiguriertes System installiert. Mit unseren Tipps und Tricks verpassen Sie Ihrer Ubuntu-Installation eine persönliche Note, erweitern sie um sinnvolle Funktionen und umschiffen kleinere Probleme.

Pimp my Desktop

Problem: Sie können sich mit dem Aussehen Ihres neu installierten Ubuntu-Desktops nicht so richtig anfreunden oder möchten immer mal wieder etwas Neues.

Lösung: Linux setzt auf Vielfalt, auch beim Desktop. Der Ubuntu-Standard-Desktop Gnome präsentiert sich beim ersten Start in braun mit orangefarbenen Fensterdekorationen. Das ist aber nicht jedermanns Sache. Auch wenn Ihnen das gefällt, möchten Sie vielleicht öfter mal was Neues.

Thema: Gnome liefert einen Themen-Manager mit, mit dem Sie mit wenigen Mausklicks die komplette Oberfläche verändern können. Sie öffnen ihn über den Menüpunkt "System, Einstellungen, Thema". Neben dem Standardthema "Human" stehen hier bereits eine ganze Reihe von Themen zur Wahl.

Wenn Sie eines davon mit der Maus markieren, stellt Ubuntu binnen weniger Sekunden die Oberfläche auf das gewünschte Thema um. Über den Button "Themendetails" können Sie die Anzeige des Fensterinhalts, der Fensterrahmen und der Symbole eines jeden Themas weiter anpassen. Auf diese Weise können Sie auch Elemente aus verschiedenen Themen miteinander kombinieren. Gefällt Ihnen ein ausgewähltes Thema, bestätigen Sie Ihre Auswahl mit "Schließen".

Themen nachinstallieren: Reicht Ihnen der mitgelieferte Themenfundus von Ubuntu nicht, können Sie weitere aus dem Internet nachinstallieren, etwa von www.gnomelook.org. Laden Sie sich die TAR.GZ-Datei eines passenden Themas beispielsweise in Ihr Home-Verzeichnis herunter.

Öffnen Sie dann den Themen-Manager, und klicken Sie auf ,,Hinzufügen". Die heruntergeladenen TAR.GZ-Themenpakete können Sie über einen Klick auf den Button "Thema installieren" auswählen und anschließend mit einem Klick auf "Installieren" einspielen.

Hinweis: Bei Gnomelook.org finden Sie auch Ubuntu-Pakete. Diese Dateien tragen die Datei-Endung ,,.deb" und müssen nach dem Herunterladen erst mit Ihrem Paketmanager beispielsweise Synaptic installiert werden.

Hintergrundbild: Gefällt Ihnen das mitgelieferte Hintergrundbild nicht, ersetzen Sie es doch einfach durch ein beliebiges eigenes. Wallpapers finden Sie zuhauf im Internet, etwa unter www.hintergrundbild.com oder www.gnomelook.org.

Um das Hintergrundbild zu ändern, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop und wählen "Desktop-Hintergrund ändern".

Das Dialogfenster listet nun alle bereits installierten Desktop-Hintergründe mit einer kleinen Vorschau auf.

Möchten Sie etwa ein eigenes Bild verwenden, klicken Sie auf "Hintergrund hinzufügen" und wählen die gewünschte Bilddatei auf Ihrer Festplatte aus. Über die Dropdown-Liste neben "Stil" legen Sie dabei fest, ob das Originalbild an die Größe des Bildschirms angepasst, zentriert oder gekachelt werden soll.

Möchten Sie auf jeden Schnickschnack verzichten, können Sie sich für den obersten Eintrag in der Liste "Kein Hintergrund" entscheiden und unter "Desktop-Farben" eine Farbe oder einen Farbverlauf auswählen. Das spart zudem noch wertvolle Systemressourcen.

Datei, öffne dich

Problem: Ein Doppelklick auf Ihre Dateien öffnet diese automatisch mit einem bestimmten Programm, eine Ogg-Videodatei öffnet Ubuntu beispielsweise mit Totem. Sie möchten sie aber stattdessen mit dem MPlayer öffnen.

Lösung: Die Zuordnung von Dateitypen zu einem Programm legen Sie über sogenannte MIME-Typen fest. Wählen Sie dazu im Dateimanager Nautilus eine Datei, deren Programmzuordnung Sie ändern möchten. Öffnen Sie mit einem Rechtsklick darauf das Kontextmenü, und wählen Sie dort "Eigenschaften".

Wechseln Sie hier in die Registerkarte "Öffnen mit", dort sind alle Programme aufgelistet, mit denen dieser Dateityp bereits geöffnet wurde.

Taucht das gewünschte Programm nicht auf, klicken Sie auf die Schaltfläche "Hinzufügen": Wählen Sie dort eines aus, oder geben Sie einen Befehl ein, mit dem Sie das Programm starten wollen.

Markieren Sie die Optionsbox des Programms, mit dem Sie diesen Dateityp künftig öffnen möchten für eine Ogg-Videodatei also beispielsweise den Eintrag "MPlayer-Movie-Player" , und speichern Sie Ihre Änderungen mit "Schließen". Ab sofort öffnet Ubuntu alle Dateien dieses Typs mit dem von Ihnen gewählten Programm.

Übrigens: Möchten Sie eine Datei ausnahmsweise mit einem anderen Programm öffnen, wählen Sie einfach im Kontextmenü "Mit anderer Anwendung öffnen...".

Turbozugriff per Shortcut

Problem: Ein Anruf unterbricht Sie bei der Arbeit an Ihrem Rechner, auf dem im Hintergrund gerade Ihre Lieblingsmusik läuft. Damit Sie Ihren Gesprächspartner verstehen, möchten Sie in dieser Situation gern schnell per Tastendruck den Sound abstellen.

Lösung: Im Menü "System, Einstellungen, Tastenkombinationen" finden Sie alle möglichen Funktionen und die Tastenkombination, denen diese zugeordnet sind. Suchen Sie hier unter "Audio" nach dem Eintrag "Stummschalten".

Sollte für diesen noch keine Tastenkombination festgelegt sein oder Sie möchten sie ändern, klicken Sie auf das Feld

"Tastenkombination"

hinter der Beschreibung und drücken dann die gewünschten Tasten.

Sollten Sie dabei versehentlich eine Tastenkombination verwenden, die bereits vergeben ist, erhalten Sie einen Hinweis mit einer Beschreibung, welche Funktion bisher damit aufgerufen wurde.

Möchten Sie die Kombination dennoch zuweisen, müssen Sie die bestehende Zuordnung zunächst bei der anderen Funktion löschen. Klicken Sie dazu dort in das Feld "Tastenkombination", und drücken Sie die Löschen-Taste. Nun können Sie die Kombination neu zuweisen. Speichern Sie Ihre neuen Einstellungen mit einem Klick auf "Schließen".

Saubere Müllabfuhr

Problem: Manchmal kommt es vor, dass das Leeren des Papierkorbs nicht allen Müll beseitigt, beispielsweise, wenn Sie Dateien mit falschen Berechtigungen in den Mülleimer geworfen haben.

Lösung: Sie können das rückstandslose Löschen des Mülleimerinhalts erzwingen, indem Sie ihn als Benutzer mit root-Rechten entleeren.

Rufen Sie dazu eine Konsole auf, wechseln Sie mit "cd /home/<Benutzername>/.Trash"
in den Papierkorb-Ordner im Home-Verzeichnis des Benutzers, und tippen Sie "sudo rm -rf *".

Bestätigen Sie anschließend noch mit Ihrem Passwort, dann löscht der Befehl sämtliche Dateien und Verzeichnisse im betreffenden Papierkorb.

Mehr Desktop(s)

Problem: Sie möchten statt des Ubuntu-Standard-Desktops Gnome die Oberfläche KDE oder den schlanken Windowmanager XFCE verwenden. Letzteres ist vor allem auf älteren, nicht so leistungsstarken Rechnern sinnvoll.

Lösung: Die Ubuntu-Entwickler machen es Ihnen leicht, die Desktop-Oberfläche auszuwechseln. Um beispielsweise KDE zu installieren, genügt ein einziger Befehl: sudo apt-get install kubuntu-desktop
den Sie mit Ihrem Passwort bestätigen müssen.

Bedenken Sie allerdings, dass der KDE-Desktop umfangreiche Downloads erfordert und weitere 400 MB auf Ihrer Festplatte belegt. Während der Installation werden Sie aufgefordert, einen "Display-Manager" auszuwählen.

Das ist das Programm für das Anmeldefenster. Sie können hier getrost bei "gdm", dem Anmeldefenster für Gnome bleiben auch er kann KDE starten. Rufen Sie nach der Installation "System, Beenden, Abmelden" auf, wählen Sie über "Einstellungen, Sitzung wählen" die neu installierte Oberfläche, und loggen Sie sich mit Ihrem Benutzernamen ein.

Genauso simpel funktioniert das mit dem schlanken Fenstermanager XFCE. Mit sudo apt-get install xubuntu-desktop installieren Sie ihn aus dem Internet nach. Anschließend melden Sie sich wie oben neu an, wählen aber zuvor unter "Einstellungen, Sitzung wählen" den Eintrag "XFCE Session" aus.

Automatisch anmelden

Problem: Sie möchten sich beim Ubuntu-Start nicht jedesmal mit Ihrem Benutzernamen und Passwort anmelden. Da Sie den PC sowieso allein benutzen, soll sofort die Desktop-Oberfläche starten.

Lösung: Die Anmeldung ist zwar ein nettes Sicherheits-Feature, wer aber seinen Rechner im Keller stehen hat und ihn ausschließlich allein verwendet, würde so manches Mal gern darauf verzichten.

Nichts leichter als das: Rufen Sie den Menüpunkt "System, Systemverwaltung, Anmeldefenster" auf, und geben Sie auf Nachfrage Ihr Passwort ein.

In der Registerkarte "Sicherheit" aktivieren Sie nun die Option "Automatische Anmeldung aktivieren" und wählen aus der Dropdown-Liste darunter noch Ihren Benutzernamen aus.

Software-Tuning

Auch wenn Ubuntu bereits eine Menge an Software sinnvoll vorkonfiguriert ausliefert: Mit einigen wenigen Kniffen und nach der Installation weiterer Pakete stehen Ihnen mehr Features, neue Schriften und beispielsweise die Unterstützung für das RAR-Archivformat zur Verfügung.

Windows-Schriften für Ubuntu

Problem: Wenn Sie unter Linux Word-Dokumente öffnen, sehen diese komisch aus, die Schriften stimmen nicht mehr mit dem Original überein.

Lösung: Microsoft liefert eine Reihe von Schriften mit Windows aus, die dann häufig in Word-Dokumenten zum Einsatz kommen. Linux-Distributionen dürfen diese Schriften aus lizenzrechtlichen Gründen nicht einfach auf die Distributionsmedien packen.

Dennoch kommen Sie ganz einfach an diese Schriften. Entweder Sie kopieren die entsprechenden Font-Dateien aus Ihrer WindowsPartition in Ihr Linux, oder Sie installieren die Schriften mit Hilfe eines Scripts, das diese aus dem Internet lädt.

Im ersten Fall geben Sie einfach

sudo cp - /media/windows/WINDOWS/ Fonts/ *.ttf /usr/share/fonts/truetype

in ein Terminal-Fenster ein. Sollten Sie keine Windows-Installation zur Verfügung haben, können Sie diese alternativ mit

sudo apt-get install msttcorefonts

aus dem Internet installieren. Danach liegen die Schriften bereits im richtigen Verzeichnis, Sie müssen diese unter Umständen jedoch noch mit einem weiteren Befehl am System anmelden:

sudo fc-cache -f -v

Danach erstrahlen Ihre Dokumente wieder im gewohnten Schriften-Outfit.

Standardprogramme festlegen

Problem: Sie klicken auf einen Link in einer Mail, woraufhin sich automatisch ein Browser-Fenster mit der Website öffnet. Allerdings möchten Sie einen anderen Browser nutzen. Oder Sie klicken auf einen "mailto"-Link im Browser, und dieser öffnet zwar ein Mailprogramm, aber nicht das von Ihnen genutzte.

Lösung: Bei Ubuntu legen Sie mit wenigen Mausklicks fest, welche Anwendungen Sie standardmäßig nutzen möchten. Rufen Sie dazu "System, Einstellungen, Bevorzugte Anwendungen" auf. In der Registerkarte "Internet" wählen Sie den gewünschten Standard-Webbrowser.

Taucht Ihr gewünschter Browser nicht in der Auswahlliste auf, sollten Sie zunächst in der Synaptic-Paketverwaltung prüfen, ob er installiert ist. Falls nicht, rüsten Sie die Anwendung nach und rufen anschließend erneut die Auswahl der bevorzugten Anwendungen auf.

In derselben Registerkarte legen Sie auch fest, welches Mailprogramm Sie nutzen möchten. In der Registerkarte "System" können Sie darüber hinaus noch bestimmen, welche Terminal-Emulation Ihr Ubuntu-Linux-System nutzt.

SSH, FTP und SFTP mit Nautilus

Problem: Sie haben für Ihren Webspace einen FTP-, SSH- (Secure-Shell) oder SFTP- (SecureFTP) Zugang erhalten und wollen nun mit Ubuntu darauf zugreifen.

Lösung: Mit dem Gnome-Dateiverwalter Nautilus können Sie nicht nur auf lokale Dateien zugreifen. Er unterstützt eine Reihe von weiteren Netzwerkzugriffen. Um beispielsweise einen entfernten FTP-Server aufzurufen, öffnen Sie entweder per Menü "Gehe zu, Ort" oder per Shortcut <Strg>-<L> die Adressleiste und tippen dort "ftp://", gefolgt von der FTP-Server-Adresse, ein.

Um beispielsweise auf "Leo", einen FTP-Server der TU München mit einer großen Software-Auswahl zuzugreifen, geben Sie "ftp://ftp.leo.org" in die Adressleiste von Nautilus ein, drücken <Return> und bestätigen den folgenden Dialog mit "Verbinden".

Erfordert der Server, auf den Sie zugreifen möchten, eine Anmeldung, wie das bei privatem Webspace der Fall ist, können Sie diese Nautilus beim Verbindungsaufbau mit auf den Weg geben:

Ergänzen Sie dazu die Server-Adresse, indem Sie ihr den Anmeldenamen und ein anschließendes
"@"-Zeichen voranstellen, also beispielsweise
ftp://anmeldename@www.meinedomain.de

Bei manchen FTP-Servern müssen Sie zuvor eine Mailadresse in das Fenster eintragen. Das Gleiche können Sie mit den Diensten SSH("ssh://"), SFTP("sftp://") und einem über SMB zugänglichen Windows-Netzwerkordner ("smb://") machen.

Verwenden Sie dazu in der Adressleiste von Nautilus jeweils statt "ftp://" die entsprechende Dienstbezeichnung. Tipp: Sollten Sie statt Gnome den KDE-Desktop verwenden, können Sie statt Nautilus den Konqueror einsetzen, der dieselben Fähigkeiten besitzt. Möchten Sie damit allerdings per SSH auf einen Server zugreifen, müssen Sie statt "ssh://" dann "fish://" eintippen.

RAR-Archive unter Ubuntu

Problem: Sie haben eine gepackte Datei mit der Datei-Endung ".rar" erhalten und können diese nicht öffnen.

Lösung: Die Unterstützung für komprimierte Archive im RAR-Format müssen Sie unter Ubuntu nachträglich aus dem Internet installieren.

Öffnen Sie dazu "System, Systemverwaltung, Software-Paketquellen" und aktivieren Sie hier die Software-Repositories "multiverse" und "universe".

Öffnen Sie anschließend eine Konsole und installieren Sie das Paket "rar" mit der Befehlszeile
sudo apt-get install rar

Anschließend können Sie RAR-Pakete mit dem Gnome-Archivmanager File-Roller öffnen, indem Sie in Nautilus einen Doppelklick auf die Datei ausführen. Um Dateien zu entpacken, markieren Sie diese in File-Roller und klicken auf "Entpacken". Alternativ können Sie komplette RAR-Archive auch direkt in Nautilus entpacken: Wählen Sie dazu im Kontextmenü den Punkt "Hier entpacken".

Systemverwaltung

Mit unseren System-Tuning-Tipps und einigen Mausklicks beschleunigen Sie Ihr System, starten Programme automatisch und umschiffen einige Tücken.

Ubuntu beschleunigen

Problem: Ihr Rechner ist etwas älter und läuft daher recht behäbig. Sie suchen nach Wegen, Ihr System zu beschleunigen.

Lösung: Ubuntu startet in der Grundeinstellung auch Dienste, auf die Sie auf manchen Rechnern gut verzichten können.

Wenn Sie mit Ihrem Laptop keine PCMCIA-Karten verwenden, können Sie diesen Dienst beispielsweise abschalten.

Rufen Sie dazu unter Gnome "System, Systemverwaltung, Dienste" auf, und deaktivieren Sie die Dienste, die Sie nicht verwenden. Unter KDE finden Sie eine ähnliche Dienstverwaltung im KDE-Menü unter "Systemeinstellungen, Systemdienste".

Programme automatisch starten

Problem: Bei jedem Systemstart öffnen Sie fast immer dieselben Programme, die Sie ständig nutzen, etwa den Mail-Client und ein Instant-Messenger-Programm wie Gaim. Am liebsten wäre es Ihnen, Ubuntu würde diese Programme automatisch beim Desktop-Start öffnen, so dass sie nicht mehr einzeln von Hand gestartet werden müssen.

Lösung: Mit der Autostart-Verwaltung können Sie festlegen, welche Anwendungen Gnome beim Start einer Sitzung automatisch öffnet. Rufen Sie dazu im Menü den Punkt "System, Einstellungen, Sitzungen" auf, und wechseln Sie in die Registerkarte "Startprogramme". Klicken Sie hier auf die Schaltfläche "Hinzufügen", und tragen Sie den Startbefehl des Programms ein, das Gnome automatisch aufrufen soll.

Möchten Sie beispielsweise das Mailprogramm Evolution automatisch starten, ergänzen Sie den Startbefehl "evolution", für Thunderbird tragen Sie "mozilla-thunderbird" ein und für Gaim "gaim".

Sie können den Aufruf auch mit zusätzlichen Parametern versehen.

Möchten Sie etwa Firefox automatisch mit einem bestimmten Profil starten, verwenden Sie folgende Befehlszeile:
firefox -P <profilname>

"Öffnen als Administrator" für Nautilus

Problem: Sie möchten eine Konfigurationsdatei beispielsweise im Verzeichnis /etc bearbeiten. Sie können sie zwar im Nautilus über den entsprechenden Kontextmenüpunkt im Text-Editor öffnen, erhalten allerdings nur Lesezugriff und können keine Änderungen speichern.

Lösung: Da Sie zum Bearbeiten der Dateien im Verzeichnis /etc Administratorrechte benötigen, gibt Ihnen der Text-Editor keine Möglichkeit, als normaler Benutzer Änderungen zu speichern. Öffnen Sie die Datei stattdessen auf andere Weise: Klicken Sie die Datei in Nautilus mit der rechten Maustaste an, und wählen Sie den Kontextmenüpunkt "Mit anderer Anwendung öffnen".

Klicken Sie dann auf den kleinen Pfeil vor "Einen benutzerdefinierten Befehl verwenden", und tragen Sie dann darunter "gksudo gedit" ein.

Statt "gedit" können Sie auch einen anderen Editor angeben.

Das vorangestellte "gksudo" bewirkt, dass Ubuntu Sie vor dem Öffnen nach Ihrem Passwort fragt und der Editor dann mit root-Rechten startet. Bestätigen Sie Ihre Eingabe mit "Öffnen".

Nautilus merkt sich Ihre Angaben: Künftig steht Ihnen im Kontextmenü der zusätzliche Punkt "Öffnen mit, Mit "gksudo" öffnen" zur Verfügung.

Notfallplan

Problem: Das System scheint einfach stehen geblieben zu sein, Sie sind sich aber nicht sicher, ob Sie Ihren Rechner einfach ausschalten können. Dafür benötigen Sie einen Notfallplan.

Lösung: Bleibt das System einmal hängen, sollten Sie nicht einfach den Stecker ziehen oder abschalten. Schlimmstenfalls hinterlässt das ein inkonsistentes System. Daher sollten Sie zunächst sanftere Methoden ausprobieren. Versuchen Sie als Erstes, mit der Tastenkombination <Strg>-<Alt>-<Rücktaste> die grafische Umgebung abzuschießen.

Sie sollte danach automatisch neu starten. Achtung: Alle in diesem Augenblick geöffneten Dateien werden ohne zu speichern geschlossen und können dabei auch beschädigt werden. Wenn auch diese Maßnahme nicht hilft, sollten Sie mit <Strg>-<Alt>-<F1> auf die Konsole wechseln. Hier können Sie versuchen, das System mit einem Warmstart durch die Tastenkombination <Strg>-<Alt>-<Entf> neu zu starten.

Wenn auch das versagt, können Sie immer noch direkt mit dem Kernel kommunizieren. Drücken Sie <Strg>-<Druck>-<S>, um alle noch ausstehenden Schreibvorgänge auszuführen, anschließend <Strg>-<Druck>-<U>, damit sperren Sie alle Datenträger für Schreibzugriffe, und anschließend erzwingen Sie einen Neustart mit <Strg>-<Druck>-<B>.

Nur wenn all das gar nicht hilft, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als doch die Reset-Taste zu drücken, um den Rechner ohne viel Federlesen neu zu starten.

Piepsen im Terminal abstellen

Problem: Immer wieder ertönt bei Eingaben im Terminal ein Piepsen, beispielsweise, wenn die <Tab>-Vervollständigung eines Befehls nicht erfolgreich ist. Das Piepsen geht Ihnen gehörig auf den Wecker oder stört andere.

Lösung: Im Gnome-Terminal können Sie den Ton mit dem Befehl ,,xset b off" zum Schweigen bringen. In anderen Terminal-Programmen hilft meist das Kommando "set bellstyle none". Testen Sie den Befehl zunächst im betreffenden Terminal-Fenster.

Soll das Piepsen künftig dauerhaft abgestellt bleiben, können Sie den Befehl in die Datei /etc/inputrc eintragen. Haben Sie den Befehl ,,set bellstyle none" verwendet, können Sie sich stattdessen geräuschlos über Ereignisse informieren lassen.

Mit "set bellstyle visual" flackert das Terminal einen kurzen Augenblick. Allerdings funktioniert das nicht mit dem Gnome-Terminal.

Zugriffsfehler auf Wechseldatenträger

Problem: Sie haben gerade einen Wechseldatenträger, etwa einen USB-Stick, eine Speicherkarte, eine Digitalkamera oder eine externe Festplatte, via USB an Ihren Rechner angeschlossen. Der Datenträger erscheint zwar in Nautilus, in anderen Anwendungen können Sie darauf aber nicht zugreifen etwa um Bilder von der Digitalkamera zu laden.

Lösung: Der zuständige Dienst (hald) hat wohl kurz geschlafen und es nicht rechtzeitig geschafft, den Datenträger anzumelden. Da der Dienst recht neu ist und derzeit noch erheblich weiterentwickelt und verbessert wird, können hin und wieder Probleme auftauchen.

Überzeugen Sie sich in diesem Fall zunächst mit "lshal" von der Funktionsfähigkeit des Dienstes. Der Befehl zeigt ein Verzeichnis aller von diesem Dienst verwalteten Geräte meist sind das ziemlich viele. Erhalten Sie hier schon die Fehlermeldung ,,hald not running (correctly)", dann läuft der Dienst nicht korrekt.

Starten Sie ihn in diesem Fall mit sudo invokerc.d dbus restart neu. Wenn das Ihr Problem noch nicht gelöst hat, rufen Sie die Gnome-Festplattenverwaltung unter "System, Administration, Festplatten" auf, und prüfen Sie, ob Ihr Wechseldatenträger erkannt wurde.

Sie können bei USB-Medien auch auf die Konsole zurückgreifen: Der Befehl "dmesg" zeigt die letzten Meldungen des Kernels. Hat dieser ein USB-Gerät erkannt und ein Device zugewiesen, finden Sie hier eine Menge entsprechender Meldungen darüber.

Tauchen dabei Fehlermeldungen auf, können Sie sich damit im Internet beispielsweise in einem der zahlreichen Ubuntu-Foren oder per Suchmaschine durch Eingabe entsprechender Begriffe auf die Suche nach Lösungen für Ihre spezielle Hardware begeben.

Quelle: Copyright (C)2008 www.pcwelt.de
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