Manche DSL-Tuning-Tools kosten richtig Geld. Dafür versprechen sie, die Internet-Verbindung schneller zu machen. Lohnt sich die Investition? Unser Test zeigt: Nur wenige Programme nützen wirklich. Wir sagen, auf welche Software Sie setzen können.
Dringend Abhilfe gesucht! Wer Web-Seiten, Flash-Videos und Downloads trotz vermeintlich schnellem DSL-Anschluss nur in Zeitlupe auf den Computer bekommt, ist früher oder später bereit, in ein Beschleunigungsprogramm zu investieren. Auf dem Markt gibt es inzwischen ein paar namhafte – nicht ganz billige – DSL-Tuning-Tools. Einige Programme versuchen durch Änderung der Windows-Einstellungen mehr Geschwindigkeit rauszuholen, andere benutzen dafür Kompressionstechnik. Aber wie viel erreichen die Tools damit – halten sie, was sie versprechen? Wir haben eine Auswahl solcher kostenpflichtiger DSL-Tuner getestet. Wie sich die Programme im Einzelnen geschlagen haben, ist ausführlich auf der nächsten Seite beschrieben.
Unser Fazit zu DSL-Tuning-Tools: Nur zwei sind bedingt
empfehlenswert
Oft konnten wir nach der Tuning-Maßnahme keine Beschleunigung
feststellen. Einige Programme lassen den Anwender über die
Änderungen völlig im Unklaren. Im schlimmsten Fall handelt man sich
gar Probleme ein – etwa beim Tool DSL und Internet Booster: Es
empfiehlt unter anderem, die Black-Hole-Erkennung einzuschalten.
Was das ist, erfährt der Anwender nicht – und auch nicht, dass er
sich durch das Aktivieren sogar Verzögerungen einhandeln kann.
Die empfehlenswerten Tools: Onspeed arbeitet mit
Datenkompression. Das bringt bei Texten einiges, bei Bildern aber
unter Umständen schlechte Qualität. Eindeutig positiv sticht nur
das Programm Cfos Speed
aus diesem Testfeld heraus: Bestimmte Anwendungen, etwa
Online-Spiele oder Tauschbörsennutzung, werden spürbar
beschleunigt. Ob das Tool aber in Ihrer IT-Umgebung hilft, sollten
Sie zuerst ausprobieren. Dazu bietet die Shareware mit kostenlosen
30 Tagen Testzeitraum ausreichend Gelegenheit.
Cfos Speed: Schnellere Up- und Downloads
Schon während der Installation von Cfos Speed
will ein Assistent die „TCP Empfangsfenstergröße“ ändern – von
937.500 Byte auf 64.240 Byte. Denn ein großer Wert sei hier – so
die Cfos-Dokumentation – bei gleichzeitigem Upload und Download
nach wie vor eine Bremse. Außerdem würde „ab TcpWindowSize-Werten
von 64 K und größer die Latenz auf mehr als 400 Millisekunden
steigen, ein inakzeptabler Wert für VoIP“. Cfos bietet als Lösung
Traffic Shaping an. Dabei wird jeder Empfangsbestätigung für ein
Upload-Paket gleich ein Download-Paket beigefügt. Ein Upload kann
also einen Download nicht ausbremsen.
Fazit: Cfos Speed hält nützliche Funktionen
bereit. Es eignet sich vor allem für Spieler und
Tauschbörsennutzer.
DSL und Internet Booster: Tuning ohne Wirkung
Gleich nach dem Start irritiert das Tool DSL und Internet Booster von BHV
mit seiner Frage nach dem Passwort für die geschützte Installation.
Damit ist die auf CD gedruckte Seriennummer gemeint. Nach der
Installation wählt der Benutzer links in der Programmoberfläche die
Internet-Verbindung. Darunter zeigt das 20 Euro teure Programm drei
Werte an, die es anpasst. Rechts davon lassen sich fünf weitere
Einstellungen vornehmen. Für den Nicht-Fachmann sind Empfehlungen
angefügt. Schlecht: Die Hilfe-Datei entspricht inhaltlich genau der
Anleitung. Ein Klick auf „Support“ startet das Mailprogramm. Da
wundert es fast, dass der Netzbeschleuniger drei MB Plattenplatz
braucht.
Fazit: Wir konnten mit den Einstellmöglichkeiten
dieses Tools keine tatsächliche Beschleunigung erzielen.
Fix-it Utilities: Tool-Sammlung ohne DSL-Nutzen
In den Fix-it Utilities Pro von
Avanquest ist das Tool Internet-Speed enthalten. Im Handbuch
heißt es: „Die jüngsten Windows-Betriebssysteme sind normalerweise
für lokale Netzwerke optimiert.“ Das Programm hat daher drei
Einstellungen: LAN-Verbindung ohne PPPoE (für Kabel),
LAN-Verbindung mit PPPoE (für DSL) und Wählverbindung (für Modem).
Nach Anklicken einer Option und „Weiter“ verspricht das Tool das
Optimieren des Windows-Netzwerks und der Browser-Einstellungen. Der
Benutzer erhält keine Informationen, welche Einstellungen geändert
wurden.
Fazit: Was gefixt wird, verschweigt das 40 Euro
teure Programm. Einen positiven Effekt konnten wir nicht
feststellen.
Onspeed: Hilfreich bei 1000er DSL
Nach der Installation fordert Onspeed einen
Benutzernamen und ein Passwort. Anschließend steht das 30 Euro
teure Programm (Jahresabopreis) in der Startleiste. Von dort
gelangt der Nutzer an die wenigen Einstellungen. Diese dienen
hauptsächlich dazu, den Kompressionsgrad von Bildern anzupassen.
Die Methode ist technisch interessant – alle angeforderten
Webinhalte machen einen Umweg über den Onspeed-Server und werden
dort komprimiert. Ein Statistik-Dialog zeigt die Kompressionsrate
der ankommenden Daten.
Fazit: Laut Hersteller beschleunigt Onspeed nur
Verbindungen bis zu 2 MBit/s. Bei einer DSL-1000-Verbindung ist der
Effekt deutlich, allerdings auf Kosten der Bildqualität.