Die zehn besten Tipps zur Schnäppchenjagd im Netz: Wie man bei Web-Gutscheinportalen richtig absahnt
Das klingt sensationell günstig: 60 Prozent Rabatt für ein Viergängemenü! 199 statt 440 Euro für drei Tage Luxusurlaub! Aber lohnen sich diese Deals aus dem Web wirklich?
Online-Gutscheinportale wie groupon.de, dealzeit.de oder kidsdeal.de locken Schnäppchenjäger mit solchen Coupon-Angeboten, die den nächsten Urlaub, den Friseurbesuch, den Schuhkauf oder das Essen im Steakhaus um die Ecke drastisch verbilligen sollen. Worauf müssen Sie achten, wenn Sie am Ende wirklich Geld sparen wollen? Wir verraten es.
Wie funktionieren Gutscheinportale?
Groupon und Co. stellen jeden Tag neue Angebote ihrer Partnerunternehmen ins Netz – kostenpflichtige Gutscheine, mit denen der Käufer Ermäßigungen in Ladengeschäften, bei Dienstleistern oder auch bei Online-Versandhändlern erhält. Die Angebote werden immer nur für eine befristete Zeit geschaltet, meist nur wenige Tage. Bestellen genug Kunden einen Gutschein, kommt der „Deal“ zustande. Jetzt wird abgerechnet: Der Käufer zahlt den Gutschein per Überweisung, Kreditkarte oder Paypal, und das Gutscheinportal streicht vom Partnerunternehmen Provisionen für die Vermittlung neuer Kunden ein.
Anschließend druckt der Gutschein-Käufer seinen Coupon aus und löst ihn ein: Er bestellt sich Schuhe, geht Essen oder bucht die verbilligte Reise. Häufig entscheidet sich erst an diesem Punkt des Handels, ob sich das Geschäft für den Schnäppchenjäger wirklich gelohnt hat. Gab es wirklich den versprochenen Rabatt? Ließ sich das Hotelzimmer problemlos buchen? Hat das Essen geschmeckt?
Vorsicht beim Dealen
Bei vielen Gutschein-Deals ist Vorsicht angesagt. Der versprochene Preisvorteil ist nicht immer haltbar, und die erworbene Ware oder Dienstleistung entspricht nicht immer den Vorstellungen des Kunden. Das ist bei „normalen“ Geschäften schließlich auch so. Warum sollte es ausgerechnet bei Sonderangeboten, die massenweise übers Web verschleudert werden, anders sein?
Ein Beispiel: Ein Gutscheinportal wirbt mit einem Gutschein im Wert von 100 Euro für die Buchung eines Tickets bei einer bestimmten Billig-Airline. Der Preis für den Gutschein beträgt 69 Euro, der eingehandelte Rabatt also theoretisch 31 Prozent. Diese Rabatthöhe lässt sich aber nur realisieren, wenn das später erworbene Ticket nicht mehr als 100 Euro kostet. Kostet es 200 Euro, liegt die Ersparnis bei nur gut 15 Prozent. Außerdem ist der Deal an Bedingungen geknüpft: Der Gutschein gilt nur für drei Monate, innerhalb derer die Reise angetreten werden muss. Und die Buchung muss maximal sechs Wochen nach Erwerb des Gutscheins erfolgen.
Tipps zur Schnäppchenjagd
Der Fall ist doch klar: Diesen Gutschein fürs Flugticket sollte man nur kaufen, wenn die Airline das Traumziel in der gewünschten Urlaubszeit ansteuert. Und wenn es unter denselben Bedingungen keine günstigere Fluggesellschaft auf der Strecke gibt. Anderenfalls nützt der Coupon nicht viel und die 69 Euro sind zum Fenster herausgeworfen. Um unliebsame Überraschungen dieser Art zu vermeiden, haben wir die zehn besten Tipps zur Schnäppchenjagd im Netz zusammengestellt:
Prüfen Sie die Angebote, bevor Sie den „Kaufen“-Button klicken. Checken Sie den Preis der Ware oder Dienstleistung mittels eines Preisvergleichs-Portals, wenn es möglich ist. Sehen Sie auch auf der Seite des Anbieters nach, was das beworbene Produkt tatsächlich kostet.
Achten Sie auf die Bedingungen des Deals: Wie lange ist der Gutschein gültig? Gilt er, z. B. für Restaurantbesuche nur an bestimmten Tagen? Gibt es einen Mindestbestellwert für Waren, die verbilligt bei einem Versandhandel erworben werden können?
Achten Sie auf eventuelle Zusatzkosten! Viele Anbieter berechnen die Versandkosten extra, das schmälert den angegebenen Rabatt unter Umständen erheblich.
Checken Sie nicht nur den Preis der Ware oder Dienstleistung, sondern versuchen Sie herauszufinden, ob die angebotene Qualität Ihren Vorstellungen bzw. der Beschreibung entspricht. Nützliches Instrument: Bewertungsportale im Netz.
Rechnen Sie genau nach: Ist die angegebene Rabatthöhe realistisch? Beispiel: Ein 100-Euro-Reisegutschein soll 8 Euro kosten. Kostet die Reise wirklich nur 100 Euro, beträgt der Rabatt wie beworben 92 Prozent. Kostet die Reise aber 1000 Euro, macht der Rabatt nur noch 9 Prozent aus!
Nicht gleich bei jedem Angebot zuschlagen! Überprüfen Sie sich selbst, ob Sie das Produkt oder die Dienstleistung wirklich möchten, und nicht nur kaufen, weil es billig ist.
Nicht sofort kaufen! Warten Sie erst mal ab, ob auch andere Kunden das Angebot wollen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Deal auch zustande kommt. Kommt er mangels Interessenten nicht zustande, müssen Sie zwar nichts zahlen, aber Sie haben Ihre Zeit umsonst investiert.
Sichern Sie sich Gutschriften, die Ihnen das Gutscheinportal gewährt! Animieren Sie Freunde, Verwandte oder Kollegen, ebenfalls bei einem Deal einzusteigen. Das macht natürlich nur Sinn, wenn die Geworbenen auch kaufen – dann gibt es für Sie je nach Portal eine Prämie von 5 bis 10 Euro pro vermitteltem Neukunden.
Checken Sie immer die Geschäftsbedingungen des Gutscheinportals. Dort steht, wie und wann Sie zum Beispiel von einem Deal zurücktreten können. Für die Abwicklung des Deals ist in der Regel der Vertragspartner des Portals verantwortlich. Fahnden Sie also auch dort nach möglicherweise im „Kleingedruckten“ versteckten Haken und Ösen.
Für echte Schnäppchenjäger gibt es kostenlose Gutschein-Alternativen im Netz: Vergleichsportale verweisen auf Möglichkeiten, ganz umsonst in den Genuss verbilligter Angebote zu kommen.
Redaktionelle Beratung: http://www.gutscheinmagazin.de/