Premium-Kunden von Kino.to droht ein Strafverfahren. Die Staatsanwaltschaft machte ihre Daten auf beschlagnahmten Computern ausfindig.
Benutzern des offline genommenen Streaming-Portals Kino.to droht vermutlich ein Strafverfahren. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden bereitet entsprechende Verfahren gegen zahlende kino.to-Nutzer vor.
Wie das Nachrichtenmagazin Focus
in
seiner Online-Ausgabe berichtet, fanden die Ermittlungsbehörden
auf den beschlagnahmten PCs der Betreiber von kino.to Daten von so
genannten Premium-Kunden von kino.to. Premium-Kunden konnten die
auf kino.to zum Streaming bereit gestellten Filme werbefrei
genießen, wenn sie dafür bezahlten – per PayPal (für das ebenfalls
illegale Nachfolge-Portal von kino.to, nämlich für kino.tx,
existierte ein vergleichbares Bezahlsystem). Damit war zwangsläufig
verbunden, dass kino.to Kontaktdaten der Premium-Kunden speichern
musste. Diese fielen prompt der Staatsanwaltschaft in die Hände,
als diese im letzten Sommer kino.to von der Polizei ausheben ließ.
Laut Focus Online fielen den Behörden die Daten von tausenden
ehemaliger kino.to-Benutzer in die Hände. Gegen die Premium-Nutzer
soll die Generalstaatsanwaltschaft Dresden jetzt Strafverfahren
vorbereiten. Grundlage dafür ist unter anderem eine Entscheidung
des Amtsgerichts Leipzig vom Dezember 2011, in dem das „Streamen“
von Film-Raubkopien für strafbar erklärt wurde.
Die juristische Aufbereitung der kino.to-Angelegenheit ist
derweil in vollem Gange. So verurteilte das Amtsgericht Leipzig
einen Administrator von kino.to zu drei Jahren Haft. Insgesamt
scheinen rund 20 Personen in Zusammenhang mit kino.to unter Anklage
zu stehen.
Die deutschen Behörden nahmen Kino.to im Juni 2011 offline.
Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden organisierte das europaweite
Vorgehen gegen die Raubkopien-Streamingseite kino.to. Allein in
Deutschland durchsuchten über 250 Polizisten und Steuerfahnder
unterstützt durch 17 Datenspezialisten über 20 Wohnungen,
Geschäftsräume und Rechenzentren. Sehr schnell entwickelte sich
eine Diskussion um die rechtlichen Folgen für die Benutzer von
kino.to.