Ein US-Gericht hat genehmigt, dass die Name-Server für die mit dem Schädling DNS-Changer infizierten Rechner noch weitere 120 Tage in Betrieb bleiben können. Das Botnetz war vom FBI dicht gemacht worden.
Im November 2011 hat die US-Bundespolizei FBI im Rahmen der
"Operation Ghost Click" das DNS-Changer-Botnetz ausgehoben, mehrere
Verdächtige verhaftet und mehr als 100 Botnetz-Mutterschiffe
beschlagnahmt. Das Botnetz soll weltweit vier Millionen Rechner
unter Kontrolle gehabt haben, darunter viele in Unternehmen und
Behörden. Für Computer, die noch immer verseucht sind, ist nun die
eigentlich am 8. März auslaufende Gnadenfrist verlängert worden.
Der Schädling DNS-Changer manipuliert die
Netzwerkeinstellungen infizierter PCs, sodass sie zur
Namensauflösung im Internet die Name-Server des Botnetzes benutzen.
Doch die hat das FBI abgeschaltet. Stattdessen haben die
US-Behörden einige saubere Server bereitgestellt, damit die
infizierten Rechner weiterhin auf das Internet zugreifen können. So
sollten diese PCs identifiziert und und bereinigt werden.
Diese Ersatz-Server sollten an sich am 8. März abgeschaltet
werden, da man davon ausgegangen war, bis dahin die meisten Rechner
desinfiziert zu haben. Dies ist jedoch trotz aller erzielten
Fortschritte nicht der Fall. Deshalb hat in dieser Woche ein
Gericht im US-Bundesstaat New York entschieden die Frist um 120
Tage bis zum 9. Juli zu verlängern.
Das Sicherheitsunternnehmen Internet Identity (IID) hat die
Bemühungen um die Bereinigung infizierter Systeme überwacht. Nach
dessen Angaben waren anfangs 50 Prozent der Rechner in US-Behörden
und Unternehmen verseucht. Inzwischen sollen es nur noch 19 Prozent
der Unternehmensrechner und fünf Prozent der Computer in Behörden
sein.
Auch in Deutschland sind viele PCs betroffen. Das Bundesamt
für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat auf der Website
www.dns-ok.de einen Test bereit gestellt, mit dem
DNS-Changer-verseuchte PCs erkannt werden können. Das BSI empfiehlt
allen Internet-Nutzern ihre Rechner damit zu überprüfen. Wird eine
Infektion erkannt, gibt die Website Tipps zur Entfernung des
Schädlings.