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HD+ im Detail erklärt

von Daniel Behrens
Startseite der HD+-Plattform
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Fernsehen in HD-Auflösung ist schon eine feine Sache. Schließlich will der große Flachbild-Fernseher im Wohnzimmer ja auch ausgereizt werden. Während sich die öffentlich-rechtlichen HD-Programme ohne Einschränkungen sowohl über Satellit als auch per Kabel empfangen lassen, sieht es bei den Privatsendern ganz anders aus. Wir geben einen Überblick, welche Kröten Sie schlucken müssen, um auch Filme und Serien der privaten Sender in HD anschauen und aufnehmen zu können.

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Auch wenn es kaum einer weiß: Nicht nur ARD, ZDF und Arte senden in HD, sondern auch die großen Privatsender. Allerdings tun sie das - überspitzt gesagt - weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Denn um RTL, Sat.1, ProSieben, KabelEins, VOX, RTL2, SIXX und Sport 1 in hoher Auflösung sehen zu können, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Und selbst wenn Sie bereit sind, sich darauf einzulassen, müssen Sie auch noch schwer wiegende Einschränkungen in Kauf nehmen, wenn Sie die Sender aufnehmen möchten. Doch der Reihe nach.

Die Ausgangsbasis

Die oben genannten Privatsender haben sich dazu entschlossen, ihre HD-Sender zu verschlüsseln. Ihr Programmpaket nennt sich HD+ (HD Plus). Für diese Maßnahme nennen sie (teils hinter vorgehaltener Hand) mehrere Gründe:

- Teure Kanäle: Die Sender müssen für die HD-Übertragung an uns Zuschauer zusätzliche Satelliten-Kapazitäten und zukünftig auch zusätzliche Kabelkanäle anmieten. Diese sind relativ teuer. Insbesondere, weil HD datenintensiv ist und daher eine hohe Übertragungsbandbreite benötigt.

- Günstigerer Filmeinkauf: Dadurch, dass nur eine begrenzte Zuschauerzahl die HD-Varianten empfangen kann, müssen die Sender weniger Geld für die HD-Ausstrahlungsrechte von fremdproduzierten Filmen und Serien ausgeben, zum Beispiel von Hollywood-Blockbustern und US-Serien. Der mit der Verschlüsselung verbundene Kopierschutz (siehe Seite 3) drückt ebenfalls den Einkaufspreis. Gleiches gilt für die territoriale Beschränkung auf Deutschland. Ohne Verschlüsselung könnten es sich die Sender nicht leisten, Hollywood-Streifen in HD einzukaufen und auszustrahlen - so ihre Argumentation.

- Höhere Werbe-Einnahmen: Durch die Verschlüsselung können die Sender auch Einschränkungen bei der Wiedergabe festlegen, zum Beispiel eine Vorspul-Sperre bei Werbung (siehe Seite 3). Dadurch lassen sich höhere Werbepreise erreichen.

HD+ ist momentan nur über Satellit zu empfangen. Ob und wann die HD-Kanäle der Privaten ins Kabel eingespeist werden, ist noch völlig unklar - die Gespräche mit den Kabelnetzbetreibern blieben bisher ohne sichtbares Ergebnis. Erste Voraussetzung ist also eine Satellitenschüssel, die auf Astra 19,2 Grad Ost ausgerichtet ist. Des Weiteren benötigen Sie einen digitalen Sat-Empfänger, der HD+ unterstützt. Welche Geräte das von Haus aus tun, erfahren Sie auf dieser Seite.

Alternativ benötigen Sie einen Empfänger (extern oder in den Fernseher integriert), bei dem sich HD+ über ein Entschlüsselungs-Modul nachrüsten lässt. Dies ist der Fall, wenn der Empfänger über einen Einschub mit der Bezeichnung „CI+“ verfügt.

Handelt es sich hingegen um einen Einschub mit der Kennzeichnung „CI“ (ohne Plus), dann kommt es auf den Einzelfall an. Nur, wenn der Hersteller die Firmware für HD+ angepasst hat und Sie das Update eingespielt haben, funktioniert diese Kombination. Auf dieser Seite finden Sie eine laufend aktualisierte Liste von CI-Geräten, für die eine HD+-fähige Firmware existiert.

Das Entschlüsselungs-Modul für den CI+-Einschub ist für rund 80 Euro im Fachhandel erhältlich. Das CI-Modul gibt es ausschließlich im HD+-Web-Shop für 99 Euro. Im Preis ist jeweils auch eine HD+-Karte enthalten, die in das jeweilige Modul eingeschoben wird. Sie ist ab der ersten Nutzung für 12 Monate freigeschaltet. Eine automatische Verlängerung erfolgt nicht. Sie können die Karte für ein weiteres Jahr freischalten, indem Sie entweder im Handel eine Prepaid-Karte kaufen und den freigerubbelten Code auf www.hd-plus.de/reload eingeben oder die Verlängerung direkt über den HD+-Web-Shop abwickeln. Der Preis beträgt in jedem Fall 50 Euro pro Jahr.

Wie schon angedeutet, haben sich die Privatsender zusätzlich zur Verschlüsselung noch einige Benutzereinschränkungen einfallen lassen, um die Einkaufskosten für Filme und Serien in HD zu senken und die Werbeeinnahmen zu steigern. Betroffen davon sind alle, die einen Sat-Receiver mit interner oder externer Festplatte besitzen. Zum Einen lassen sich Aufnahmen von HD+-Sendern nicht vorspulen. Damit soll verhindert werden, dass die Zuschauer Werbeblöcke überspringen. Schlimm genug. Der Nebeneffekt ist aber, dass man auch innerhalb der Sendung nicht navigieren kann. Programmiert man den Timer mit einigen Minuten Vorlauf, kann man diesen bei der Wiedergabe nicht überspringen. Die Wiedergabe zwischendurch beenden und zu einem späteren Zeitpunkt an diese Stelle spulen, um sie fortzusetzen? Fehlanzeige.

Die HD+-Aufnahmen auf den Computer übertragen, sie dort schneiden und/oder unterwegs anschauen? Keine Chance, denn sie landen verschlüsselt auf der Platte.

Festplattenrecorder mit CI+-Einschub bleiben gar ganz außen vor, was die HD+-Aufnahme betrifft. Nur Timeshift (Pausieren des laufenden Programms) lässt sich nutzen, aber auch nur maximal 90 Minuten. Grund: Die CI+-Spezifikation sieht aktuell keine Vorspulsperre vor. Es ist zwar seit eineinhalb Jahren die Rede davon, dass sich das bald ändern könnte. Aber bislang hat sich in der Sache noch nichts getan. Eine Zwischenlösung könnten die Hersteller der CI+-Receiver schaffen, indem sie - wie bei den CI-Modellen auch - die HD+-Restriktionen properitär in die Firmware einbauen. Diesen Schritt hat aber noch keiner unternommen.

Fazit: Wer die privaten Sender nur live in HD anschauen möchte, für den das HD+-Angebot mit Anschaffungskosten ab 80 Euro und jährlichen Gebühren von 50 Euro ab dem zweiten Jahr durchaus lohnenswert.Denn die gute Bildqualität macht süchtig. Möchten Sie hingegen unabhängig von festen Sendezeiten sein und daher einen Festplattenrecorder benutzen, werden Sie vermutlich aufgrund der Wiedergabe-Beschränkungen keine rechte Freude an HD+ haben.

Wie ist Ihre Meinung zu HD+? Diskutieren Sie mit uns und anderen Lesern über die Kommentar-Funktion unter diesem Artikel.

Quelle: In Zusammenarbeit mit http://www.pcwelt.de
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